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Perth - Broome (Teil 2)
(Um die Bilder grösser zu sehen, einfach draufklicken.)


Wasserfall Nach weiteren hunderten von Kilometern sind wir in der Pilbara-Region, im Karijini National Park angekommen. Diese Region besteht angeblich aus den ältesten Gesteinsmassen dieser Erde und war vor millionen von Jahren höher als der Himalaya. Mit der Zeit hat sich aber die Umgebung immer mehr verflacht und so misst der höchste Punkt heute nur noch etwas mehr als 1'200 Meter (ü.M.). Das Gestein in dieser Region ist extrem eisenerzhaltig (angeblich zwischen 70% und 80%) und gibt dem Fels diese spezifische rostrote Farbe. Durch die Qualität des Gesteins mutierte die Region in den letzten Jahren zu einem der grössten Erzabbaugebiete der Welt, dessen Abnehmer vor allem China und Japan sind.
Durch das Aufeinanderprallen von zwei Erdplatten sind vor tausenden von Jahren tiefe Schluchten entstanden, welche dem Besucher heute mit ihren Flüssen, Wasserfällen und natürlichen Wasserpools eine faszinierende Kulisse bieten. Wir haben insgesamt zwei Tage in dieser bezaubernden Region verbracht, wobei wir bereits am ersten Abend eine kurze Wanderung durch den Busch zu einem nahegelegenen Pool unternommen haben, um uns unter bzw. von einem Wasserfall massieren zu lassen. Da sitzt man knapp vor Sonnenuntergang auf einem Stein unter dem Wasserfall, zu Füssen ein grün-blauer natürlicher Pool, gesäumt von grünen Pflanzen und eingerahmt von tief rotem Fels der Schlucht. Die einzigen hörbaren Geräusche sind das Plätschern des Wassers und das Pfeifen einzelner Vögel..

Schlucht Schlucht2 In den folgenden zwei Tagen wanderten und kletterten wir durch verschiedene Schluchten und liessen uns immer wieder durch die Schönheit der uns umgebenden Natur bezaubern. Doch diese Natur hat auch ihre Tücken: Australien besitzt eine Vielfalt an Wildlife, wobei nicht alles harmlos ist. Insbesondere Schlangen und Spinnen gibt es ein paar sehr giftige und man tut gut daran, ein Rendez-vous zu vermeiden! Leider ist dies nicht immer möglich: So hat uns beim Abstieg in eine Schlucht ein verantwortungsbewusster Vorgänger einen Zettel auf einem Stein hinterlassen, welcher auf eine Olive-Python unter just diesem Stein verwies. Ein kurzes Ausstrecken des Beines in die weitere Richtung des Weges reichte, um dieses drei Meter lange Tier hervorschnellen zu lassen! Da diese Python aber ungiftig und grundsätzlich ängstlich ist, ist sie nicht allzu gefährlich. In Verteidigungssituationen hat sie den Biss eines kleineren Hundes, welcher aber unangenehme Infektionen hervorrufen kann. Python Nach der Rückkehr zum Camp haben sich Dominik und ich zu einem erfrischenden Bad im nahegelegenen Pool entschieden. Im Bewusstsein der Tatsache, dass sich an oder hinter jedem Stein, Baum, Ast oder Gebüsch Ungemach verstecken kann, marschierten wir hintereinander den kurzen Buschweg zum Pool hinunter. Plötzlich - eine Schlange! Ein bis zwei Schritte mehr und ich wäre auf ihr gestanden! Im Schreck ein Sprung zurück - das Herz pocht, der Atem stockt.. giftig - ungiftig? Sonst gefährlich - ungefährlich? Nach vergeblichen Vertreibungsversuchen von Dominik hat sie sich nach einiger Wartezeit zum Weiterkriechen entschieden, wobei sie für ihr nächstes Ruheplätzchen einen dem Pfad nahegelegenen Ast ausgesucht hatte. Somit hatten wir das nächste Problem: Können wir ungehindert an ihr vorübergehen, ohne dass sie sich bedroht fühlt und angreift? Glücklicherweise liess sie uns passieren und wir konnten anschliessend das abendliche Bad geniessen.
Doch der Schock kam später im Camp! Dominik hatte mit seiner Digitalkamera die Schlange fotografiert und nachher das Bild unseren Guides gezeigt. Diese schauten gebannt auf den Bildschirm der Kamera, danach auf uns, wieder auf die Kamera usw. wobei sie dabei leicht erbleichten.. Uns war damit klar, der nächste Schritt hätte tödlich sein können! Angeblich hatte es sich dabei um eine "Western Brown Snake" gehandelt, welche, gemäss dem mitgeführten Schlangenbuch, die sechst giftigste Schlange Australiens ist und zudem aggressiv! Unser Guide in Ausbildung, Brett, war untröstlich, dass er nicht dabei gewesen war: Er ist zwar in dieser Region aufgewachsen, hat aber noch nie eine "Western Brown Snake" zu Gesicht bekommen. Ich hingegen wäre dankbar gewesen, wenn sich unsere Wege nie gekreuzt hätten, war aber froh, die Situation unbeschadet überstanden zu haben. Seitdem begleitet mich aber ein leicht mulmiges Gefühl, wenn ich im Busch unterwegs bin..

Kakerlaken Anderes Wildlife, aber zum Glück weit weniger gefährlich, begleitete uns auch sonst im täglichen Leben: Hartnäckige Fliegen (vor allem in der Dämmerung), Mücken, hunderte von Ameisen, die mit mir die Nacht im Swag verbringen wollten und mehrere Kakerlaken in Küchen und auf Buschtoiletten sind so eine kleine Übersicht, was so ständig um uns herum kroch oder flog. Dafür wurden wir aber mit einer sensationellen Umgebung verwöhnt.
Auf dem weiteren Weg in Richtung Broome begleiteten uns Temperaturen bis zu 43 Grad, wobei in dieser Region auch der Ort mit den angeblich höchsten Temperaturen Australiens beheimatet ist (Marble Bar). Generell ist im nördlichen Bereich Australiens eher tropisches Klima angesagt und zur Zeit befinden wir uns in der Wechselphase zwischen der Trocken- und Regenzeit. Daraus resultieren Tagestemperaturen um die 40 Grad und Nachttemperaturen um die 30 Grad, gepaart mit einer recht hohen Luftfeuchtigkeit. Die Schweissporen sind folglich im Moment meine aktivsten Körperorgane..

Unsere letzte Nacht verbrachten wir ca. 700 km vor Broome auf einer früheren Farm, genannt Indee-Station, in deren sanitären Räumen sogar kleine Frösche anzutreffen waren, was aber nicht weiter unangenehm war: Man ist eben draussen in der Natur..
Red Rock In der Nähe der Indee Station befindet sich der "Red Rock", eine Art Mini-Uluru (Ayers Rock). Auf diesem kleinen Berg befinden sich unzählige Aborigines-Zeichnungen. Hopper hatte uns bereits bei früheren Gelegenheiten viel von seinem enormen Wissen über das australische Urvolk preisgegeben. Es ist betrüblich feststellen zu müssen, dass wir Weissen, mit einer nur etwa 3'000 bis 4'000 Jahre alten Kultur (welche die Natur ausbeutet) eine mindestens 50'000 bis 70'000 Jahre alte Kultur innert nur 200 Jahren vernichtet haben, welche als Ziel das Leben in Einklang mit der Natur hatte. Wie aber bereits im Eintrag "Fremantle" erwähnt, sind sich dessen die wenigsten Australier bewusst.

Broome Cabel Beach Am folgenden Morgen erreichten wir Broome, das Ziel unserer Reise. Broome ist DIE City im Nordwesten von Westaustralien und deshalb auch Anfangs- und Endstation von Touren Richtung Perth oder Darwin. Wer nun eine Stadt mit geschäftigem Treiben erwartet, sieht sich aber getäuscht: Mit gerademal 14'000 Einwohnern vermag kein richtiges Grossstadtfeeling aufzukommen. Dafür ist es aber (zumindest in der Nebensaison) recht gemütlich hier: Die Stadt der Perlentaucher besitzt ein kleines, hübsches Stadtzentrum (Chinatown) mit kleinen Shops und Restaurants. Eine kurze Busfahrt entfernt befindet sich die Cable Beach, angeblich einer der schönsten Strände Australiens mit weissem Sand soweit das Auge sehen kann. Die richtige Umgebung also, um gemütlich Ferien zu machen. Erschöpft von den Strapazen der Reise, aber glücklich und zufrieden durch die vielen eindrücklichen Momente, haben wir uns in den Pool des Backpackers begeben. Den Rest kennt ihr ja vom Anfang dieser Geschichte..


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2711-41204; Erstellungsdatum: 7. Dezember 2004; Letztes Aktualisierungsdatum: 9. Dezember 2004 © Peter Baumgartner 2004